02.03.2010

Am Augartenspitz geht’s „drunter und drüber“…

  • Michael Huber-Strasser
  • Michael Huber-Strasser

...finden zahlreiche AnrainerInnen, die sich nun bei den BezirksrätInnen Gabriela Zöhrer, Marion Gebhart und Michael Huber-Strasser beschwert haben. Das Trio hat bei der nun regelmäßig stattfindenden Dialogbox auf der Taborstraße 40 PassantInnen zum Gespräch eingeladen. Viele Beschwerden betrafen die Lärmbelästigung durch die BesetzerInnen am Augartenspitz. Der Lärm würde sie „narrisch machen" und außerdem, so die im Haus gegenüber wohnende Frau, verstünde sie nicht, warum „die so ein Tamtam" machen würden, wo doch auch der Bezirk und gerade das Grätzl durch das Sängerknaben-Projekt profitieren würden. Der Aufschwung sei ja jetzt schon merkbar, so die Anrainerin, die besonders auch die neue U-Bahnstation lobte.

Dass es am Augartenspitz „Drunter und drüber geht" ist offenbar auch gezielter Wunsch der Grünen, die ja immer wieder mit den BesetzerInnen gesichtet wurden, um auch im nahenden Wahlkampf ein Thema zu haben. Dabei sollten sie wissen, dass der Bund und dort der ÖVP-Wirtschaftsminister die richtigen Ansprechpartner wären und nicht der Bezirk.

Drunter und Drüber drohen Spitz-Besetzer

Verbauung möglich, weil auch Grüne für Änderung der Flächenwidmung.

Die Forderung nach Erhaltung des denkmalgeschützten Gesindehauses, der Grünflächen und des Zugangs zum Augarten wurden von der Bevölkerung gutgeheißen und unterstützt - sind ja auch No-Na-Fragen. Was gerne von den BesetzerInnen verschwiegen wird, ist die Tatsache, dass der betroffene Teil des Augartens derzeit nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Nicht gesprochen wird außerdem über die Zustimmung der Grünen zur Änderung der Flächenwidmung, die ja die Verbauung erst möglich macht. Und gerne verheimlichen die Grünen, dass sie ursprünglich für das Projekt des Filmarchivs waren, dass gewiss auch die Fällung einiger Bäume nach sich gezogen hätte...

„Bobos" gibt's natürlich auch in der SPÖ und die hätten sich auch über ein Bobo-Kino im Augarten gefreut, genauso wie sie gerne das „Kino im Augarten" besucht und sich kulinarische Genüsse schmecken haben lassen. Es gibt halt Projekte, die werden niemals auf die Zustimmung aller stoßen. Wer braucht schon die Sängerknaben, mag man sich fragen. Es gibt aber genauso AnrainerInnen, die stolz darauf sind, dass die Leopoldstadt Heimat der weltbekannten Sängerknaben ist.

„Früher war am Augartenspitz das Gasthaus meines Großvaters, ich kann nicht verstehen, warum sich die Leute heute so über eine mögliche Nutzung aufregen", so ein Passant. Während eine andere Leopoldstädterin meinte, dass die HauptgegnerInnen des Projekts in Häusern wohnen würden, für deren Bau ebenfalls Augartengrund abgezwackt wurde und sie nur deshalb Kritik üben würden, weil halt die Sicht durch den Neubau eingeschränkt werde.

Wirtschaftlicher Aufschwung

Mit dem Konzertsaal der Sängerknaben könnte auch der wirtschaftliche Aufschwung der Taborstraße und der angrenzenden Grätzl fortgesetzt werden. Schon der Bau der U-Bahn hat zu einer merklich spürbaren Verbesserung beigetragen, loben auch BewohnerInnen der umliegenden Straßenzüge. Neben jedem gewünschten Aufschwung ist es notwendig auch die gewachsene Struktur des Grätzls, aber auch Umweltauflagen und Gesetze einzuhalten. Darauf haben der Bezirk und die Stadt sehr wohl geachtet.

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